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Wettkampfberichte
Sergei Aschwanden -81kg Bronze!
Mit Siegen gegen Evghenii Rusu (MDL), Klemen Ferjan (SLO) sowie Jao Neto (POR) stiess Sergei Aschwanden bis in das Halbfinale vor. In diesem sah er sich dem Weissrussen Siarhei Shundzikau gegenüber, welcher seinerseits unter anderen den amtierden Weltmeister Guillaume Elmont aus den Niederlanden mit Ippon aus der Enscheidung warf.
Während den ersten zwei Minuten konnten weder Aschwanden noch Shundzikau entscheidend die Oberhand gewinnen. Der in Magglingen wohnhafte Romand bekundete Mühe, sein Gegenüber richtig fassen zu bekommen. Nach rund zwei Minuten Kampfzeit wurde Aschwanden vom Weissrussen zu Ippon gekontert und somit aus der Entscheidung um Gold verbannt.
Im anschliessenden Kampf um Bronze startete Aschwanden äussert stark, ging mit Koka in Führung und punkete sogleich noch mit Waza-Ari. Der Deutsche Ole Bischof, Europameister 2005, hat dem nichts entgegen zu setzten und fand keinen Weg Aschwanden zu bedrängen. Im Gegenteil, Aschwanden landete mit einer schönen Wurftechnik noch eine Yuko-Wertung und verwaltete diesen grossen Vorsprung souverän. Nach 2000, 2003 und 2005 ist dies bereits die vier Medaille für Aschwanden an Europäischen Titelkämpfen.
Esther Durtschi -52kg
(ra) Nach einem starken Auftaktsieg blieb Esther Durtschi an ihren ersten Europameisterschaften in der zweiten Runde hängen. Die Polin Monika Gabaj überraschte Durtschi nach rund 30 Sekunden mit einem links ausgeführten Koshi-Guruma zu Ippon. Da die Polin im Viertelfinale gegen die WM-Bronzemedaillengewinnerin Telma Monteiro (POR) das kürzere Ende zog, blieb Durtschi die Teilnahme im Hoffnungslauf verwehrt.
David Papaux -73kg
(ra) Nach beherztem Kampf unterliegt David Papaux in Runde Eins Claudiu Bastea. Die Yuko-Führung des Rumänen nach zwei Minuten vermochte der Freiburger nicht mehr aufholen und fiel rund 30 Sekunden vor Ablauf der ordentlichen Kampfzeit noch zu Ippon. In Runde zwei unterliegt Bastea dem Bulgaren Georgiev Georgi.
Juliane Robra -63kg
(ra) In einer auf dem Papier offenen ersten Begegnung ging die Britin Sarah Clark früh mit Waza-Ari durch Seoi-Nage in Führung. Juliane Robra vermochte zu reagieren und punktete im Anschluss mit zwei Yuko und einem Koka, jedoch geling ihr die Wende nicht mehr.
Aufgrund des eher überraschenden Vorstosses ins Halbfinale von Clark, unter anderen mit einem phantastischen De-Ashi-Barai gegen Urska Zolnir (SLO), ging Robra in den Hoffnungslauf. In diesem musste sie nach nur 10 Sekunden gegen die Portugiesin Andreia Cavalleri ein Yuko hinnehmen. In der Folge übernahm die Genferin das Diktat und scorte kurz vor Schluss mit Waza-Ari.
In Runde zwei des Hoffnungslaufes geriet Juliane Robra gegen die Olympiadritte Urska Zolnir mit Waza-Ari in Rückstand. Zolnir doppelte nach und beendete den Kampf vorzeitig.
Mit Rang 9 gelang Juliane Robra ein respektables EM-Debut.
Lena Göldi -57kg
(ra) Mit einem souveränen Sieg über die Estin Julia Bezko in Runde Eins gelang Lena Göldi ein guter Einstieg ins Turnier. Die Magglingerin setzte ihren starken Auftritt auch der zweiten Runde gegen die Olympiasiegerin Yavonne Bönisch (GER) fort und das Publikum bekam einen spannenden und animierten Kampf zu Gesicht. Umso erstaunlicher, dass auf der Anzeige auch nach Ablauf der Kampfzeit keine einzige Wertung aufleuchtete. Im Golden Score riskierte Lena Göldi einiges, wurde dafür jedoch mit einem Konter Bönisch’s bestraft.
Da die Deutsche im Anschluss durch Kifayat Gasimov aus Azerbeidschan komplett überrumpelt wurde, blieb Lena Göldi die Tielnahme an der Hoffnungsrunde versagt: “Wenn man sich auf die Leistung anderer verlassen muss, dann ist das immer schlecht. Ich hättte den Kampf gegen Yvonne Bönisch bereits vor Ablauf der Kampfzeit entscheiden sollen. Ob Niederlage im Golden Score oder nicht; eine Niederlage ist eine Niederlage. Im Golden Score habe ich zuviel gewollt, Yvonne Bönisch hat richtig spekuliert und gewonnen. Ich bin einfach nur enttäuscht.“
Micha Egger-90kg (ra) Der Wetziker Micha Egger startete an seinen zweiten Europameisterschaften im Gewicht -90kg, nachdem er im Vorjahr in Rotterdam noch in der Klasse -81kg an den Start gegangen ist. In der ersten Runde traf der Schweizer gleich auf den Russen Ivan Pershin, Sieger des diesjährigen Super-World-Cup in Moskau. Keinem der beiden Kämpfer gelang ein Niederwurf, jedoch kassierte Micha Egger eine Bestrafung, welche nach Ablauf der Kampfzeit den Unterschied zu Gunsten des Russen ausmachte. Dieser gewann auch in Folge und ermöglichte Micha Egger die Teilnahme in der Hoffnungsrunde, in welcher ihm der Brite Winston Gordon, der fünftplatzierte des Olympischen Turniers in Athen, gegenüberstand. Wiederum ging der Kampf über die volle Zeit. Kurz vor Schluss punktete der Brite jedoch mit Waza-Ari und Egger vermochte diesen Rückstand nicht mehr wett zu machen.
22.05.2006 Vorschau Judo Europameisterschaften
(ra)Der endgültige Kader des Schweizerischen Judo & Ju-Jitsu Verbandes bei den anstehenden Judo-Europameisterschaften im finnischen Tampere (26. bis 28. Mai 2006) umfasst insgesamt sechs Athleten – drei Frauen und drei Männer.
Nach der verletzungsbedingten Absage des WM-Neunten Dominique Hischier im Gewicht -90kg rückt Micha Egger als Ersatz nach. Der Wetziker erkämpfte sich in diesem Frühjahr in der Gewichtsklasse -81kg zwei Bronzemedaillen auf Welt-Cup-Niveau, wurde in seinem angestammten Gewicht jedoch von Sergei Aschwanden übertrumpft. Trotz dem kurzfristigen Wechsel der Gewichtsklasse erachtet Nationalcoach Leo Held eine gute Platzierung von Micha Egger als realistisch: „Micha besitzt die Fähigkeiten sich auch im Gewicht -90kg unter den Top Sieben zu klassieren. Sein Judogefühl stimmt und er kann ohne jeglichen Druck auftreten. Ausserdem ist er den Gegnern in diesem Gewicht weigehend unbekannt.“
Definitiv zum Kreis der Favoriten zählt Sergei Aschwanden im Gewicht -81kg. Er strebt in Tampere seinen dritten Europameister-Titel an und konnte diese Saison unter anderem mit dem Sieg am Super-Welt-Cup in Moskau glänzen. Trotz der grossen Konkurrenz ist der 30jährige Romand zuversichtlich: „In unserer Gewichtsklasse können sich über zehn Athleten realistische Chancen auf den Titel ausrechnen. Falls es wie in Moskau gelingt, meine Leistung voll abrufen zu können, bin ich dabei. Die interne Konkurrenz um den Startplatz mit Micha Egger hat mir geholfen, mich schon in der Vorbereitung mit dem Faktor Druck intensiv auseinander zu setzten.“ Neben dem Konkurrenz-Faktor sieht Leo Held auch im Bereich Physis Vorteile für Aschwanden: “Sergei hat an den Welt-Cups im Frühjahr alle Kämpfe, welche im Golden Score (Anmerkung: Verlängerung) entschieden wurden, dominiert. Dies spricht für seine hervorragende körperliche Verfassung.“
Im Gewicht -73kg wird die Schweiz durch David Papaux vertreten sein. Nach einem siebten Rang 2005 will der Freiburger im Tampere in die Entscheidung um die Medaillen eingreifen und sich mindestens im 5. Rang klassieren.
Eine ähnliche Zielsetzung gilt für Lena Göldi. Nach dem Verletzungs-Aus an den Olympischen Spielen in Athen und dem folgenden Wiederaufbau fehlt ihr zwar noch Konstanz, jedoch ist sie in der Lage, gegen jede Gegnerin zu bestehen. Nach gutem Start in die Saison, konnte sich die Safnerin an den letzten Welt-Cup Turnieren keine Platzierungen mehr erkämpfen: “Ich denke, dass es mir in den vergangenen Wochen gelungen ist, das abhanden gekommene Vertrauen in meine Fähigkeiten wieder aufzubauen. In Tampere werde ich nicht zu den Favoriten gehören, doch hat mir die erste Saisonhälfte gezeigt, dass ich jede Gegnerin schlagen kann.“ Diesen Eindruck bestätigt auch Leo Held:“ In der Vorbereitung hatte ich den Eindruck, dass Lena ihren Kampfgeist und das Vertrauen von Athen wieder gefunden hat. Aufgrund ihrer Klassierung im Europa-Ranking wird Lena in Tampere sicherlich früh auf eine der Favoritinnen treffen. Geht diese Begegnung zu unseren Gunsten aus, ist alles möglich.“
Ihre ersten Europameisterschaften werden Juliane Robra (-63kg) als auch Esther Durtschi (-52kg) bestreiten. Sie beide streben eine Klassierung unter den Top Sieben an. Die Genferin Robra wurde vergangenen November in Kiev Vize-Europameisterin in der Altersklasse der unter 23jährigen und ist auf gutem Weg, sich an die Europäische Spitze heran zu arbeiten. Einen anderen Weg hat die in München wohnhafte Durtschi eingeschlagen. Die 29jährige zog es vor einigen Jahren nach Deutschland, jedoch blieb ihr dort trotz regelmässigen Top-Klassierungen an Deutschen Meisterschaften (unter anderem Gold 2005) und Europacup-Turnieren ein Einsatz auf höchstem Niveau verwehrt, worauf sie sich Ende letzten Jahres an Leo Held gewandt hatte und nun für den Schweizerischen Judo & Ju-Jitsu Verband auf der Matte steht.
Die Equipe wird kommenden Mittwoch nach Tampere anreisen. Die Rückkehr ist für den darauf folgenden Sonntag geplant.
20.04.2006 - Selektionen Europameisterschaften 2006
(ra) Je drei Athletinnen und Athleten werden den Schweizerischen Judo & Ju-Jitsu Verband an den kommenden Judo-Europameisterschaften vom 26./28. Mai in Tampere FIN vertreten. Angestrebt werden sechs Platzierungen unter den Top 7, wobei mindestens eine Medaille erzielt werden soll.
An den Welt- und Super-Welt-Cups dieses Frühlings erkämpften sich die Schweizer Judoka insgesamt fünf Podestplätze, davon alleine vier in der Gewichtsklasse -81kg. Mit dem Sieg am Super-Welt-Cup in Moskau und einem zweiten Rang am Weltcup in Boras setzte sich Sergei Aschwanden im interen Duell um einen EM-Startplatz gegen Micha Egger durch, welcher zwei dritte Plätze auf seinem Konto aufweist und damit seine ansprechenden Leistungen der letzten Saison bestätigen konnte.
Für die fünfte Schweizer Weltcup-Medaille zeigte sich Lena Göldi in Warschau verantwortlich und bestätigte damit ihren starken Auftritt am Super-Welt-Cup von Paris klar. Mit Esther Durtschi (-52kg), Juliane Robra (-57kg), David Papaux (-73kg) und Dominique Hischier (-90kg) werden zudem vier weitere Schweizer Judoka in Tampere an den Start gehen, welche sich diese Saison allesamt mindestens einmal unter den Top Neun eines Welt Cups zu klassieren vermochten.
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